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07.04.2018 14:15 Alter: 253 days
Kategorie: Neuigkeiten
Von: ths

„Der Fall Judas“ ein deutsch-polnisches Theaterprojekt vom theater 89

Samstag, 07. April 2018, 19.00 Uhr, Beeskow, Katholisches Pfarramt „Heiliger Geist“, Eintritt: 15,00 €


Der Fall Judas - ein faszinierendes Gedankenexperiment von Walter Jens

War es Verrat oder Gehorsam? Der große Literaturhistoriker, Schriftsteller und Gelehrte Walter Jens hat dem vermeintlichen Verräter Judas Ischariot in seinem letzten Roman Der Fall Judas ein überraschendes, wortgewaltiges Plädoyer gewidmet: Judas tritt auf, spricht höchstpersönlich zum Publikum und erklärt, dass er im Einvernehmen mit Jesus bereit war die Rolle des Schwerverbrechers anzunehmen. Ist es nicht gerade seinem Verbrechen zu verdanken, dass Jesus sein Heilswerk am Kreuz überhaupt erfüllen konnte? Basiert nicht die christliche Hoffnung letztlich auf seinem Verrat? Ist nicht gerade durch den Verbrecher der göttliche Plan umgesetzt worden: die Erlösung der Menschheit durch das Opfer des Sohnes?

 Zur Premiere im September 2016 in der katholischen Kirche St. Johannes Baptist in Fürstenwalde/Spree schrieb der Dramaturg Jörg Mihan: „Der Roman beinhaltet ein konfliktreiches Spiel - ein Für und Wider der Mächte und der Überzeugungen, der Fakten und der Mythen ... Nicht zuletzt deshalb eignet sich der Text für eine Aufführung, man muss hören, was da herausgefunden und aufgeschrieben wurde, man kann sehen, wer wem gegenüber steht. Es sind Anklage- und Verteidigungsreden, es ist ein gefährliches Spektakel. Seine Erkenntnisse könnten zünden und müssen in Wirklichkeit unterdrückt werden. Die Kirche füllt sich mit Worten und Sinn, die Zuschauer dürfen den spannenden Tiraden folgen wie in einem Gericht. Nur Jesus und Judas agieren. Das Gegengewicht bildet der Chor, der an entscheidenden Stellen mit liturgischen Gesängen das Geschehen grundiert, kontert oder umhüllt und mit sprachlichen Einwürfen auf Deutsch und Polnisch unterstreicht oder antreibt. Es ist ein Kunststück, wie die schweren Inhalte einfach und leicht vermittelt werden. Es ist ein Glück, wie Polen und Deutsche, Laien und Profis friedlich miteinander arbeiten ...“

 Im nächsten Jahr feiert das Theater unter der Leitung von Hans-Joachim-Frank bereits seinen 30. Geburtstag. Frank war viele Jahre als Schauspieler am Berliner Ensemble tätig, bevor er sich 1989 entschied, ein eigenes freies Theater aufzubauen, das zunächst ausschließlich von Berlin aus agierte, später dann einen zweiten Standort in Brandenburg nahe Jüterborg bezog. Heute ist das theater 89 in den Landkreisen rundum Berlin nicht mehr wegzudenken. Neben Teltow-Fläming und Oder-Spree ist inzwischen die Uckermark zur dauerhaften Bleibe des bis heute in seinem gesellschaftspolitischen Anspruch unverwechselbaren und insbesondere in ländlichen Räumen beliebten Theaters geworden. Bereits seit sieben Jahren gastiert das Theater in der Kreisstadt Beeskow im Rahmen einer Sommer-Theatertournee der Brandenburgischen Städte mit historischen Stadtkernen. Zudem gibt es bereits erste Verabredungen zwischen der Burg Beeskow und dem theater 89 für gemeinsame weitere Vorhaben.

Rundum Ostern spielt das theater 89 am 25. März (Palmsonntag),18:00 Uhr, in der Katholischen Kirchengemeinde St. Canisius, Berlin, am 29. März 2018, 19:00 Uhr (Gründonnerstag), in der St. Jacobi-Kirche, Prenzlau und schließlich auf Einladung der Burg Beeskow am 07. April 2018, 19:00 Uhr in der Katholischen Pfarrkirche Heilig Geist, Beeskow. Das Beeskower Gastspiel bildet den Auftakt einer Veranstaltungsreihe "Burg on Tour", bei der die Burg zu ungewöhnlichen Spielorten ihrer Umgebung einlädt.

 Der Eintritt beträgt 15,00 €. Karten gibt es am Museumstresen der Burg Beeskow, unter 03366/352727 und an der Abendkasse im katholischen Pfarramt.

Burg Beeskow  – Kultur- und Bildungszentrum des Landkreises Oder-Spree
Frankfurter Straße 23 – 15848 Beeskow –
Tel: 03366-352702
Fax:03366-21117
info(at)burg-beeskow.com  
www.burg-beeskow.de