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24.09.2017 13:25 Alter: -36 days
Kategorie: Neuigkeiten
Von: ths

Ein Brief des Kreiskirchenrats zur Bundestagswahl ...


Liebe Gemeindeglieder,
liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirchengemeinden, am Sonntag, den 24. September 2017 ist Bundestagswahl.
Das Recht, die eigene Regierung frei wählen zu können, ist nicht selbstverständlich. Wir verdanken es dem Einsatz  vieler Generationen von Demokratinnen und Demokraten. Zuletzt waren das bei uns die Menschen, die 1989 in der DDR unter persönlichem Risiko auf die Straße gegangen sind.

Nach über einem Vierteljahrhundert wissen wir gleichzeitig:
Wahlentscheidungen sind nicht leicht!

Vor uns liegen große Herausforderungen: Die Spaltung zwischen Arm und Reich in unserem Land, auf unserem Kontinent und in unserer Welt. Der Klimawandel. Die Veränderungen im Verhältnis zwischen den Geschlechtern und Generationen. Die militärischen Konfikte im Nahen Osten. Der fundamentalistische Terrorismus. Die Migrations- und Fluchtbewegungen. Das Zusammenleben von unterschiedlichen Religionen, Kulturen und Überzeugungen.

Für alle diese Themen gibt es keine einfachen Lösungen: Wer kann wirklich beurteilen, welche Schritte am Ende  die gewünschten Ziele bewirken? Und können wir vertrauen, dass die gewählten Politiker wirklich am Gemeinwohl interessiert sind? Soll man da wirklich wählen gehen?

Liebe Gemeindeglieder, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wir möchten Sie bitten, Ihr Wahlrecht auszuüben. Und bitte orientieren Sie sich bei ihrer Wahlentscheidung an christlichen Grundüberzeugungen. Fragen Sie, welche Kandidierenden und Parteien diese am ehesten umsetzen werden!

Einige dieser Grundüberzeugungen sind für uns:

  • Die Würde des Menschen ist unantastbar. Der erste Satz des Grundgesetzesentspricht der Botschaft der Bibel, dass die Menschen als Ebenbild Gottes geschafen sind (1. Mose 1,27)
  • Alle Menschen sollen unsere Gesellschaft mitgestalten, unabhängig von Alter, Geschlecht, Herkunft, Religion und anderen Unterscheidungen. Deswegen geht Jesus immer wieder auf Menschen zu, die in seiner Zeit zu den Rechtlosen gehörten: Frauen, Zöllner, Menschen mit Behinderungen, Samariter alsAngehörige einer andere Volksgruppe.
  • Menschen in Not soll geholfen werden. Jesus sagt über Hungernde, Fremde, Obdachlose, Kranke und Gefangene: „Was ihr einem von diesen meinen geringsten Geschwistern getan habt, das habt ihr mir getan.“ (Matthäus 25,40)
  • Konfikte sollen gewaltfrei gelöst werden.  In der Bibel heißt es: „Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen.“ (Matthäus 5,9)
  • Die Umwelt soll erhalten werden. Denn Gott gibt den Menschen die Welt,damit sie sie „bebauen und bewahren“ (1. Mose 2,15).

Gleichzeitig meinen wir, dass auch die Art der Auseinandersetzung zeigt, wer einen echten Beitrag zur Bewältigung der wichtigen Themen leisten kann:

Wenn Personen oder Parteien  die politischen Mitbewerber mit Worten wie „Volksverräter“ und „Wahn“ herabwürdigen und verunglimpfen oder das zulassen, wenn sie ihnen Krankhaftigkeit, Korruption und heimliche Verschwörungen unterstellen, wenn sie die Welt in „Gute“ und Böse“, in „wir“ und „die“, in „schwarz“ und „weiß“ aufteilen,  wenn sie andere zu Sündenböcken machen, oder das alles zulassen, dann ist von ihnen nach der Wahl kein respektvoller und integrierender Umgang im Sinne aller zu erwarten!

Aus unserer Sicht ist die anstehende Wahl zu wichtig, um sie als „Protestwahl“ zu gebrauchen! Deswegen bitten wir Sie, sich rechtzeitig ein Bild zu den Positionen und dem Verhalten der Parteien zu machen und nicht erst spontan ihre Wahlentscheidung zu trefen. Lassen Sie uns bei den kommenden Wahlveranstaltungen unsere Anliegen einbringen. Sprechen wir in unseren Gemeinden, Familien und Bekanntenkreisen darüber, was uns bewegt.

Die zukünftigen politischen Verantwortlichen bitten wir, ihrerseits ofen und ehrlich zu antworten. Nehmen Sie die Menschen, die sie vertreten, auch nach der Wahl ernst und beziehen Sie sie in ihre Entscheidungen ein!

Dann hofen wir auf gute Wahlergebnisse, die helfen zu bewahren, was schon gut ist, und zu gestalten, wo Veränderungen nötig sind!

Mit herzlichen Grüßen und guten Wünschen,
Dr. Martin Jenssen, Sup. Frank Schürer-Behrmann, Pfn. Agnes-Maria Bull
für den  Kreiskirchenrat des Ev. Kirchenkreises Oderland-Spree

Wenn Sie mit uns ins Gespräch kommen möchten, sind wir erreichbar unter 0335-5563131 oder     info(at)ekkos.de
(Der Kreiskirchenrat ist die gewählte Leitung der Ev. Kirche in den Landkreisen Märkisch Oderland, Oder-Spree und der Stadt Frankfurt (Oder))